
eMediplan: Wie KISIM die Medikationssicherheit in der Schweiz vorantreibt
Was 2022 mit einem einzelnen Spital begann, ist heute ein Erfolgsmodell: Über 20’000 eMedipläne entstehen monatlich in KISIM – Tendenz steigend. Und bald könnte der eMediplan sogar gesetzlich verpflichtend werden.
Anlässlich der diesjährigen Mitgliederversammlung der IG eMediplan durften wir als CISTEC einen Einblick in unsere Arbeit geben – und die Ergebnisse sind es wert, geteilt zu werden. Denn beim eMediplan geht es um etwas, das uns alle betrifft: die Sicherheit von Patientinnen und Patienten bei der Medikation.
Was ist der eMediplan?
Der eMediplan ist ein schweizweit standardisiertes Dokument, das die vollständige Medikation einer Patientin oder eines Patienten übersichtlich darstellt – in Text und Bild. Er enthält Dosierungen, verständliche Einnahmehinweise und einen QR-Code zum digitalen Einlesen. Das vermeidet Fehler und erleichtert die Zusammenarbeit zwischen Spitälern, Arztpraxen und Apotheken. Definiert und vorangetrieben wird der Standard durch die IG eMediplan, einen Verein, der 2015 gegründet wurde und dem CISTEC seit rund vier Jahren angehört.
Von einem Spital zu über 20’000 eMediplänen pro Monat
Im Mai 2022 ging der in KISIM integrierte eMediplan am Kantonsspital Baden (KSB) erstmals produktiv. Seither sind laufend weitere Häuser dazugekommen – mittlerweile sind es bereits 14 Spitäler. Bild 1 zeigt diese Entwicklung eindrücklich: Über alle KISIM-Spitäler hinweg entstehen aktuell mehr als 20’000 eMedipläne pro Monat. Wie sich diese Gesamtmenge auf einzelne Häuser verteilt zeigt Bild 2 im Detail mit ihren jeweiligen Einführungszeitpunkten. Einen besonders markanten Schub brachte dabei das Go-Live des Kantonsspitals St. Gallen in der zweiten Jahreshälfte 2025.
Bild 1: Einführungsverlauf eMediplan über alle KISIM-Spitäler (Anzahl pro Monat)
Bild 2: Einführungsverlauf eMediplan einzelne KISIM-Spitäler aufsummiert (Anzahl pro Monat)
Wo stehen wir geografisch?
Bild 3 zeigt die Verbreitung auf der Schweizer Landkarte: Die blauen Punkte markieren Standorte mit aktiver eMediplan-Produktion. In Biel, Thurgau und Zug wird derzeit getestet (orange), während das USZ und Schaffhausen den eMediplan angefragt haben (rot). In den Spitälern Clara und Fribourg wird der eMediplan mit dem nächsten Go-Live eingeführt (hellblau). Darüber hinaus sehen wir weiteres Potenzial bei Bestandeskunden (grün) und geplanten Einführungen in diversen Rehakliniken (hellgrün).
Bild 3: Regionale Übersicht der eMediplan-Produktion an KISIM-Spitälern
©swisstopo, Landeskarte 1:1 000 000 (LK1000), Stand 2026
Die Umstellung von bestehenden Dosierungskarten auf den eMediplan erfordert bei Bestandeskunden jeweils eine gezielte Begleitung. Bei Neukunden ist die Integration deutlich einfacher – aber auch hier ist eine sorgfältige Einführung wichtig. Spitäler profitieren aber besonders, wenn durch den QR‑Code‑Import Daten automatisch übernommen werden – Fehler durch manuelles Abtippen werden vermieden und das Personal wird deutlich entlastet.
Rückenwind aus der Politik
Eine besonders spannende Entwicklung kommt aus Bundesbern: Im Rahmen der Teilrevision des Heilmittelgesetzes (HMG 3a) hat der Bundesrat im September 2025 dem Parlament einen Entwurf überwiesen, der E-Rezepte und eMediplan als obligatorisch vorsieht – unabhängig davon, ob Patientinnen und Patienten ein EPD besitzen. Am 12. März 2026 hat der Nationalrat diese Revision mit deutlicher Mehrheit (128 zu 62 Stimmen) angenommen. Als Nächstes ist der Ständerat am Zug.
Fazit
Der bisherige Rollout war für die Spitäler freiwillig – umso erfreulicher ist es, dass wir heute bereits so breit aufgestellt sind. Mit der absehbaren gesetzlichen Verankerung wird der eMediplan zum festen Bestandteil des Schweizer Gesundheitswesens. KISIM ist bereit.
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Blogautor: Dr. med. Daniel Ratschiller, Teamleiter Integrationen B
